Dresdner Stollenfest - www.stollenfest.de

Der Dresdner Riesenstollen

Der Dresdner Riesenstollen ist nicht nur besonders groß und besonders schwer, sondern zugleich ein bis ins kleinste Detail durchkonstruiertes Kunstwerk. Viele Wochen lang rechnete, zeichnete und modellierte Prof. Kurt Merker zwischen 1993 und 1994 in einer Industriehalle im Dresdner BusinessPark auf der Bertolt-Brecht-Allee, um die Idee des Stollenfest-Erfinders Peter Mutscheller umzusetzen und pünktlich zum 1. Stollenfest einen Riesenstollen präsentieren zu können, der eine haargenaue proportionale Vergrößerung des typischen Dresdner Vier-Pfund-Stollens darstellt. Auch der berühmte Riesenstollenwagen, der eigens für den Riesenstollen von Zimmermännern aus Dresden-Weißig geschaffen worden ist und auf dem der Mega-Striezel beim Stollenfest traditionell durch die Dresdner Altstadt gefahren wird, wurde von Prof. Kurt Merker konzipiert.

Vorbild für den Riesenstollen der heutigen Stollenfeste ist der vom königlichen Bäckermeister Zacharias gebackene Riesenstollen aus dem Jahre 1730. Mehr als 60 „Beckenknechte“ hatten ihn in einem eigens dafür errichteten Backofen sechs Stunden lang gebacken und ihn August dem Starken während des „Zeithainer Lustlagers“ überbracht. Damals wog der Stollen 1,8 Tonnen, war 18 Ellen lang, 8 Ellen breit und 30 Zentimeter dick.

Natürlich hat der Riesenstollen von 1730 nichts mehr mit dem Mega-Stollen der Neuzeit zu tun. Die Herstellung und die Zusammensetzung der Backwerke unterscheiden sich erheblich. So war der Stollen von 1730 wohl eher ein Weißbrot denn ein Stollen, wie wir ihn heute kennen. Auch dürfte der Verzehr des damaligen Riesenstollens kein kulinarischer Genuss gewesen sein. Das Backen des Kuchens in einem Stück und in einem Ofen wird ein sehr langer Prozess gewesen sein und für eine harte Kruste einerseits und ein weiches Innenleben andererseits gesorgt haben. Trotzdem scheint es dem Hofstaat damals gemundet zu haben. Anderweitiges ist jedenfalls nicht überliefert. Heute unterscheidet den Dresdner Riesenstollen nichts von einem echten Dresdner Christstollen. Die gleichen Zutaten, das gleiche unverwechselbare Aroma, der gleiche Geschmack. Selbstverständlich wird auch der Super-Striezel nach den strengen Qualitätsanforderungen des Stollenschutzverbandes gebacken.

Doch wie entsteht der Dresdner Riesenstollen nun eigentlich? Der Riesenstollen wird aus einzelnen Teilen (Stollenplatten) gefertigt und besteht aus verschiedenen Schichten, die mit Butter und Zucker miteinander verbunden werden. Etwa drei Wochen lang glühen Jahr für Jahr im November in mehr als 80 Dresdner Backstuben die Öfen, um die jeweils 8 Kilogramm schweren Stollenplatten für den Riesenstollen zu fertigen. Cirka 300 Stollenplatten müssen in Handarbeit nach den geheimen Stollenrezepten der jeweiligen Bäckermeister hergestellt werden, bis man sie am Wochenende vor dem Stollenfest direkt auf dem Riesenstollenwagen zu einem einzigen Gebilde zusammenfügt. Wie in einem Puzzle fügen die Bäcker und Konditoren des Bäcker-Fachvereines Dresden in sechs Stunden anstrengender Knochenarbeit die einzelnen Platten zu einem Gesamtkunstwerk und einer zwei bis vier Tonnen schweren Leckerei zusammen – mit Schablonen und Aufbaukonstruktionen von Prof. Kurt Merker. Zum Schluss bekommt das Backwerk seine bekannte Puderzuckerschicht. Nach Fertigstellung des Super-Stollens kommen die Dekorateure und verleihen dem Riesenstollenwagen sein festliches Aussehen.

Beim Stollenfest wird der Riesenstollen auf dem Striezelmarkt von rund 30 Bäckern und Konditoren – meist müssen die Lehrlinge und Gesellen ran – in aufwendiger Handarbeit in etwa 500 Gramm schwere Portionen zerteilt und im Tausch gegen sogenannte „Stollentaler“ an die Festbesucher für 4 Euro pro Portion verkauft. Cirka drei Stunden dauert diese Prozedur.

Noch heute ist der Pensionär Prof. Kurt Merker bei jedem Stollenzusammenbau und jedem Stollenfest dabei und wird von den Dresdner Bäckern und Konditoren liebevoll „Stollenprofessor“ genannt.


Statistik und Rekorde

Mit dem Riesenstollen vom 1. Dresdner Stollenfest schafften die Dresdner Bäcker und Konditoren den Einzug in das Guiness-Buch der Rekorde. 2.720 Kilogramm wog der gigantische Striezel damals. Inzwischen ist es mehrfach gelungen, den Rekord von 1994 zu überbieten. Seit dem 7. Dresdner Stollenfest steht der Weltrekord bei exakt 4.200 Kilogramm.

Die Maße des Weltrekord-Stollens

Länge: 4,75 Meter
Breite: 1,75 Meter
Höhe: 0,90 Meter

Die bisherigen Riesenstollen

  • 2011 – 2.706 Kilogramm
  • 2010 – 2.754 Kilogramm
  • 2009 – 2.336 Kilogramm
  • 2008 – 3.570 Kilogramm
  • 2007 – 3.320 Kilogramm
  • 2006 – 3.290 Kilogramm
  • 2005 – 4.020 Kilogramm
  • 2004 – 3.470 Kilogramm
  • 2003 – 3.450 Kilogramm
  • 2002 – 3.500 Kilogramm
  • 2001 – 3.880 Kilogramm
  • 2000 – 4.200 Kilogramm
  • 1999 – 3.820 Kilogramm
  • 1998 – 3.300 Kilogramm
  • 1997 – 3.640 Kilogramm
  • 1996 – 3.000 Kilogramm
  • 1995 – 3.140 Kilogramm
  • 1994 – 2.720 Kilogramm

Die Zutaten des Weltrekordstollens

1.500 kg Weizenmehl
990 kg Sultaninen
790 kg Butter
455 kg Zucker
200 kg Zitronat
150 kg Mandeln (süß)
110 kg Polarzucker
95 kg Hefe
55 kg Mandeln (bitter)
45 kg Zitronenschalen
44 kg Jamaika-Rum
44 kg Milchpulver
30 kg Salz
5 kg Gewürze
(Cirka-Angaben)

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